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Briefwechsel

Wintersemester 2020/21

Basics-20

Info : Visuelle Korrespondenzen

Die Studierenden im Grundlagenjahr der Visuellen Kommunikation an der Universität der Künste Berlin standen über das von der Pandemie eingeschränkte Online-Semester im Briefwechsel. Die Korrespondenzen liefen vordergründig visuell ab – analog und digital, auf Papier in Briefumschlägen, als Vektoren oder Bewegtbild per Mail. Die Dialoge sind allein von einem anfangs festgelegten Thema in Gang gesetzt und entwickelten sich über das gesamte Wintersemester 2020/2021 hinweg fort.


Studierende:

Alina Abberger, Nick Alker, Valeria Alvarez, Aleksandar Chaparev, Anneli Dormann, Jonas Gerber,  Hasan Gündogan, (David) Minh Quan Ha, Cäcilie Hoff, Antonia Langeheinecke, Marc Loewer, Nour AlmSafadi,  Raviva Nsiama, Christian Pasqual, Pauline Pyras, Aisha Ramm, Yael Rathjens, Charlotte Riemann, Sina Schlerf, Lea Verholen Schmitt, Moana Schorlemer Filipe, Jakob Erek Sen, Tim Stürze, Taro Usami


Webdesign- und programmierung:

Christian Pasqual, David Minh Ha, Lea Verholen Schmitt, Marc Loewer


Lehrende:

Prof. Ulrich Schwarz, Henrike Uthe, Kilian Kottmeier
© Basics-20 – Grundlagen des Entwerfens – Visuelle Kommunikation, UdK Berlin


Aisha Ramm – Marc Loewer

FLOODING // 10 MIN RUSH

Zwei Herangehensweisen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Volle Kontrolle über das visuelle Endprodukt, konzeptionelle Arbeit, klare Regeln. Dann: Umbruch, Über-den-Haufen-werfen, Neuanfang. Kein Konzept, Nachrichten im Minutentakt, Stress. "Flooding" und "10 Minute Rush" sind jeweils als Briefwechsel entstanden, doch ihre Erscheinungen sind Kondition ihrer Entstehungsprozesse, die antagonistisch zueinander stehen. In beiden Fällen ergibt sich ein scheinbares Paradoxon: Zurrt man den Prozess in ein starres Korsett drängt sich der Wunsch nach dem Anderen auf. Andersherum jedoch: Aus der Freiheit des kreativen Prozesses erscheinend, reglementiert sich das grafische Produkt selbst. Die beiden Extreme des Briefwechsels helfen den kreativen Prozess selbst besser zu verstehen.

Die Pandemie ist eine Zeit der persönlichen Extremzustände. Unsere Gedanken werden schwer, wir machen uns um vieles Sorgen. Das greift uns an. Wenn wir unsere Ängste nicht verarbeiten, weil die Ressourcen fehlen und unsere Welt gleichzeitig immer dunkler wird: Dann gewinnt dieses zerstörerische Gift. Angstpatienten hilft man in der Psychotherapie unter anderem durch eine kontrollierte Auseinandersetzung mit dem Angstreiz, so können sie den Grund ihrer Reaktion reflektieren. Eine reinigende Auseinandersetzung mit dem Unangenehmen - eine Art Katharsis - wird von vielen Menschen ersehnt. "Flooding" changiert in seinem Ton zwischen dem kühlen, unangenehmen Blau und dem unruhigen, spirituellen Violett. Es wird zugleich ein Gefühl von Unwohlsein erregt und die Auseinandersetzung mit dem Objekt ermuntert: Der Ort der Ängste. Diese füllen symbolisch den Raum und wirken affektiv auf den Betrachter, werden dadurch aber zugleich transparent.


Alexander Chaparev – Yael Rathjens

ORT UND STELLE

Ein Ort ist viel mehr als nur eine Stelle. Was löst ein Ort in uns aus? Welche Bilder und Geräusche begegnen uns dort? Was ist die Atmosphäre dieses Ortes? Über einen Zeitraum von 3 Monaten haben wir uns mit diesen Fragen anhand eines digitalen Briefwechsels beschäftigt. Dabei haben wir einen realen Ort ausgewählt, diesen auf wns wirken lassen und daraufhin unsere Eindrücke visuell umgesetzt. In der Reaktion und Gegenreaktion entwickelten sich neue Konzepte von Orten und eine stetige Veränderung der Bildsprache.

Yael Rathjens, 07.12.20: Friedlich. Statisch. Ein Ort, an dem Schwarz und Weiß viele Farben ergeben.
Alexander Chaparev, 25.12.21: Friedlich, aber nur draußen. Ein Ort, der sich auf den Winter vorbereitet.
Yael Rathjens, 09.01.21: Alles wartet. Alles ist in sich verschlossen. Alles ist Potential. Ein kalter Ort, der darauf wartet zu explodieren.
Alexander Chaparev, 29.01.21: Schritte, zwischen denen die Formen den Wortfluss ersetzen. Ein Ort, wo die Scheine die Grenzen verwischen.
Yael Rathjens, 17.02.21: Begrenzt. Sicher. Ein Ort, aus dem man hinaussieht. Viele Ecken geben Halt. Zu viele Ecken sperren ein.
Alexander Chaparev, 19.02.21: Ein Ort, der sich unermesslich anfühlt, wo das Licht keinen Kontrast zulässt.

Alina Abberger – Taro Usami

WILDNIS

In unserem Briefwechsel haben wir uns über einen Zeitraum von etwa 12 Wochen jeweils drei Briefe geschickt. Unsere Arbeitsweise beschränkte sich auf die digitale Erstellung der Briefe. Aufgrund eingeschränkter Möglichkeiten verlief der Austausch online. Thematisch haben wir den bildlichen Briefaustausch unter dem Begriff "Wildnis" geführt. Textlich wurde lediglich ein Begriff zu dem jeweiligen Bild beigelegt, welcher auf den Inhalt des Bildes eingeht. Kommuniziert wurde über die Darstellung von Körperteilen. Wobei jeder ein Farbschema entwickelt hatte, welches durch aufgreifen der Farben des Briefpartners ergänzt werden konnte. Eine Kommunikation, zwei Teilhabende, zwei Perspektiven.

Taro Usami, 07.12.20: Vitalität
Alina Abberger, 21.12.20: Ursprung
Taro Usami, 4.1.21: Hitze
Alina Abberger, 18.1.21: Analysieren
Taro Usami, 1.2.21: Beute
Alina Abberger, 15.2.21: Kreislauf

Anneli Dormann – Lea Verholen Schmitt
NÄHE/DISTANZ

Wie nah?
Wie weit?
Wie schwer?
Wie viel Porto?
Welche Strecke überbrückt der Brief?
Ist ein Ort/ ein Zeitpunkt im Brief konserviert?
Wann ist er bei dir?
Was wird (davon) ankommen?

Lea Verholen Schmitt, 03.01.20: Fragmente, Skizze eines Verhältnis'
Anneli Dormann, 09.01.21: Zeichne deinen Weg zum Briefkasten
Lea Verholen Schmitt, 11.01.21: 250 Meter
Anneli Dormann, 19.01.21: Der Bumerang des Briefwechsels/ Sehtest
Lea Verholen Schmitt, 21.01.21: Wie sicher ist, was bei dir ankommt?/ Verbleib unbekannt
Anneli Dormann, 29.02.21: Die flache Flaschenpost/zweidimensional
Lea Verholen Schmitt, 12.02.21: Der Palindrom Tag 12 - 02 - 2021/ dreidimensional

Antonia Langeheinecke – Tim Stürze

BILDERGESCHICHTEN

In unserer Auseinandersetzung mit dem Thema Briefwechsel sind anstatt einem gleich zwei Briefwechsel in Form von Bildergeschichten entstanden. Wir haben beide jeweils eine Bildergeschichte mit dem ersten Frame begonnen und dann unser Ergebnis dem/der jeweils Anderen zukommen lassen. Der/die Andere hat anschließend in Anknüpfung an das vorherige Frame ein zweites Bild erstellt, das die Bildergeschichte fortgeführt hat. So sind wir fünf mal abwechselnd verfahren, sodass schließlich zwei Geschichten mit jeweils fünf Frames entstanden sind. Die Geschichten waren nicht geplant, sondern sind im Laufe des Briefwechsels organisch entstanden. Durch neue Impulse und Ideen haben wir einander in der Entwicklung der Geschichten bereichert, ergänzt und manchmal in Richtungen gedrängt, in die wir nicht selbst gegangen wären. Doch gerade dadurch sind wir zu interessanten, unerwarteten Ergebnissen gekommen.

Tim Stürze, 07.12.21
Antonia Langeheinecke, 07.12.21
Antonia Langeheinecke, 21.12.21
Tim Stürze, 21.12.21
Tim Stürze, 04.01.21
Antonia Langeheinecke, 04.01.21
Antonia Langeheinecke, 18.01.21
Tim Stürze, 18.01.21
Tim Stürze, 01.02.21
Antonia Langeheinecke, 01.02.21
Übersicht

Cäcilie Hoff – Christian Pasqual

WAS SEHEN WIR? WAS FÄLLT UNS AUF?

Das haben wir uns während unserem Briefwechsel immer wieder gefragt und dabei versucht unsere Beobachtungen in einer gemeinsamen Zeichnung festzuhalten. Die Reaktion auf das Vorhandene, Erinnerung, die sich mit Fiktion vermischt – Überlagerung und Ergänzung. Ohne den direkten Austausch, das persönliche Treffen, ohne Text oder Gespräch über den Hintergrund der einzelnen Zeichnungen – als Mittel der Kommunikation nur einen Fineliner nutzen und doch so viel erzählen.

Übersicht
Christian Pasqual, 07.12.20
Cäcilie Hoff, 21.12.20
Christian Pasqual, 04.01.21
Cäcilie Hoff, 18.01.21
Christian Pasqual, 01.02.21
Cäcilie Hoff, 15.02.21

Charlotte Riemann – Hasan Gündogan

WECHSEL VON INNEN UND AUßEN

Die subjektive Beobachtung und Beschreibung des eigenen zu Hauses und der unmittelbaren Umgebung in Zeiten einer globalen Pandemie, gezeichnet und zusammengefasst in einem 8-seitigen Heft (Format: DinA 6).

Hasan Gündogan, 07.12.20
Charlotte Riemann, 21.12.20
Hasan Gündogan, 04.01.21
Charlotte Riemann, 18.01.21
Hasan Gündogan, 01.02.21
Charlotte Riemann, 15.02.21

David Minh Ha – Sina Schlerf

I SEND YOU THESE GREENS

Auf der Suche nach grünen Dingen im Alltag schicken wir uns neber einen Zeitraum von zehn Wochen unsere grünen Beobachtungen und antworten auf die des Anderen. Um diese Briefwechsel nie enden zu lassen, erstellen wir ein Set aus 20 Postkarten als Anfang für viele neue Briefwechsel.

I send you these greens
David Minh Ha, 07.12.20
Sina Schlerf, 21.12.20
David Minh Ha, 04.01.21
Sina Schlerf, 18.01.21
David Minh Ha, 01.02.21
Sina Schlerf, 15.02.21
Postkarten

Jakob Erek Sen – Valeria Alvarez

???????????
Blumen sind schön, auch wenn sie verwelken
Ich will nicht verwelken
Haben wir eine Wahl?
Ich bin nicht mehr da

Valeria Alvarez, 07.12.20
Jakob Erek Sen, 21.12.20
Valeria Alvarez, 04.01.21
Jakob Erek Sen, 18.01.21
Valeria Alvarez, 01.02.21

Jonas Gerber – Moana Schorlemer Filipe

KONTRASTE

Woran denkst du?
Was hält dich fest?
Realität ist erschaffen.
Was ist Wahrheit?
Tag und Nacht.
Licht und Dunkelheit.
Was bringen wir?
Emotion und Rationalität.

Jonas Gerber, 07.12.20: Plakat DIN A1
Moana Schorlemer Filipe, Video 21.12.20: (Crowander – Eve)
Jonas Gerber, 04.01.21: Plakat DIN A1 (Serifbabe ALPHA Font, Charlotte Rohde)
Moana Schorlemer Filipe, 18.01.21: Video (Borrtex – You And Me)
Jonas Gerber, 01.02.20: Plakat DIN A1 (Keroine Font, Charlotte Rohde)
Moana Schorlemer Filipe, 15.02.21: Video (Daniel Birch – The Restless Textures Of Shapes)

Nick Alker – Pauline Pyras

STRUKTUREN UND OBERFLÄCHEN

Unsere Dokumentationen konzentrieren sich auf Impressionen und Beobachtungen von Strukturen und Oberflächen. Wir betrachten also nicht das was uns direkt ins Auge springt, nicht das dominante Motiv, wir schauen genauer hin und richten unsere Konzentration auf das kleinste Detail. Wie definieren Oberflächen unsere Wahrnehmung und was passiert wenn man sie näher betrachtet. Wir versuchen gerade diese Impression abstrakt darzustellen und nehmen Ihnen so gewiss den „oberflächlichen“ Kontext. So erzählen wir mit unseren Briefen immer unsere eigene Geschichte, wie wir das Beobachtete wahrgenommen haben und vor allem was diese Wahrnehmung in uns auslöst. Wie wir sie künstlerisch weiterverwenden, eine Inspiration.

Übersicht
Pauline Pyras, 07.12.20: Licht, A6
Nick Alker, 21.12.20: Licht, A4
Pauline Pyras, 04.01.21: Wind, A4
Nick Alker, 18.01.21: Wind, A3
Pauline Pyras, 01.02.21: Fluss, A2
Nick Alker, 15.02.21: Wind, A1

Nour Al Safadi – Raviva Valmy Nsiama

EMOTION

noun UK /ɪˈməʊ.ʃən/ US /ɪˈmoʊ.ʃən/
a strong feeling such as love or anger, or strong feelings in general:

Raviva Nsiama, 07.12.20: Euphorie
Nour Al Safadi, 21.12.20: Happiness
Raviva Nsiama, 04.01.21: Overthinking
Nour Al Safadi, 18.01.2021: Gedanken
Raviva Nsiama, 01.02.21: Lost
Nour Al Safadi, 15.01.2021: Falling away